Feb 02 2010

Christ gegen Essing: Vorsicht vor Spindoktoren!

veröffentlicht von ddd unter Spindoktor

— Es kommt nicht oft vor, dass Spindoktoren im Rampenlicht stehen. Geschieht dies, dann geht es meist um schmutzige Dinge. So wie aktuell im Fall des Kommunikationsberaters Norbert Essing. Der berät so schillernde Personen wie Ulrich Schumacher (einst Infineon) oder Klaus Kleinfeld (einst Siemens) in Fragen des Lebens. Essing sieht die Wirtschaft in Deutschland als Moloch, als Deutschland AG der schlimmsten Art, die wie die Mafia mit Paten bestimmt, wer im System erfolgreich mitspielen darf und wer nicht. Nach Ansicht Essings vertritt er selbst die Davids, die gegen den Goliath den Kampf aufnehmen, oder besser, in einem Kampf zu Unrecht verwickelt wurden. Essing führt diese Kämpfe dann gern auch über die Medien, was zweifelsohne eine der Kernaufgaben der Spindoktoren ist. Im besten Fall gewinnt der Kunde den Kampf und belohnt den Berater dafür fürstlich.

Ein Kunde Essings packt jetzt aus: weiterlesen »

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Jan 22 2010

Die nackten Fakten

veröffentlicht von ddd unter Medienmarkt

Das Jahr 2010 ist vorbei. Zeit für eine Bilanz zu den Auflagenzahlen. Die IVW verkündet:

Deutscher Pressemarkt zum Jahresende 2009 im Minus:
Rückläufige Gesamtverkäufe für alle Pressegattungen -
Zeitungen und Publikumszeitschriften halten allerdings die Abo-Auflage stabil

BERLIN (ivw), den 21.01.2010 – Wenig Positives in der Auflagenbilanz der deutschen Presse für das 4. Quartal 2009: Im direkten Vergleich zum Vorquartal und zum Vorjahr müssen die einzelnen Pressegattungen zum Teil deutliche Einbußen bei ihrer verkauften Gesamtauflage hinnehmen. Hiervon sind vor allem die Einzelverkäufe am Kiosk betroffen. Hingegen präsentiert sich die Abo-Auflage der Tages- und Wochenzeitungen sowie der Publikumspresse auf dem Niveau des Vorquartals. Dies geht aus der aktuellen Auflagenerhebung für das 4. Quartal 2009 hervor, die von der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) veröffentlicht wurde.

Tageszeitungen

Von den deutschen Tageszeitungen wurden einschließlich der Sonntagsausgaben und aktuellen Sonntagszeitungen im 4. Quartal des zurückliegenden Jahres durchschnittlich pro Erscheinungstag 22,85 Mio. Exemplare verkauft. Die Tagespresse verliert weiterlesen »

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Jan 20 2010

Das Ende der Medienkrise

veröffentlicht von ddd unter Medienmarkt

So, Schluss mit dem Gejammere über die Medienkrise und den Untergang der Printmedien. Print wirkt!

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Jul 10 2009

Zeitungen leiden in der Krise

veröffentlicht von ddd unter Zeitungen

Der Bundesverband der Zeitungsverleger hat auf die schwierige Lage der Verlage hingewiesen. Recht hat er, doch beschleicht einen das Gefühl, hier wird wie schon beim Verband der Zetischriftenverleger der Druck für die nächste Tarifverhandlungen aufgebaut. Auf jeden Fall steht fest: Verlage müssen sich neu erfinden: Die Produktion von Inhalten allein reicht nicht mehr. Anbei die Pressemitteilung des Verbandes:

Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise haben den deutschen Zeitungsmarkt erreicht. „Das Jahr 2009 wird weiterlesen »

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May 28 2009

No badge: Bahn manipulierte das Netz

veröffentlicht von ddd unter Nachrichten, Spindoktor

Es ist ein bekanntes Problem, doch jetzt werden endlich mal Zahlen bekannt, wie viel Geld Unternehmen ausgeben, um im Internet möglichst gut darzustehen und so die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten zu beeinflussen: in Blogs, Foren etc. Heute hat die Deutsche Bahn AG gestanden, dass sie sogenannte “No badge”-Aktivitäten vergeben hat - und zwar in Millionenhöhe. Hier die Pressemitteilung des Konzerns:

“Im Jahr 2007 wurde für sogenannte “no badge”-Aktivitäten ein Betrag von knapp 1,3 Millionen Euro ausgegeben. Unter “no badge”-Aktivitäten versteht man u.a. weiterlesen »

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Mar 27 2009

Holtzbrinck: Rückkehr eines Verlegers

veröffentlicht von ddd unter Nachrichten

Seit gestern ist es bekannt: Dieter von Holtzbrinck steigt wieder aktiv in das Verlagsgeschäft ein und bekommt von seinem Bruder Stefan die Anteile an der Verlagsgruppe Handelsblatt (u.a. Handelsblatt, Wirtschaftswoche) sowie dem Tagesspiegel und die Hälfte an der Zeit (inklusive operativer Führung) zurück. Damit steigt nach Neven DuMont der zweite Vollblutverleger wieder ein, und das zu einer Zeit, in der alle vom Untergang der Printmedien reden - weil es die Online-Angebote gibt und weil die Krise die Zeitungen wegen der einher gehenden Anzeigenflaute tief in die Verlustzone drücken.
Die beiden Herren stehen nun mit ihrem Privatvermögen für etliche Zeitungstitel ein - weil sie Zeitungen lieben. Das ist für jeden Journalisten die bete Voraussetzung, um vernünftig zu arbeiten, wie auch die Süddeutsche heute findet.
Lohnenswert in diesem Zusammenhang ist auch ein weiterer Artikel in der SZ, die erzählt, wie es zu dem Bruder-Deal in Stuttgart kam.

“Was ist das für ein Handel? Geld, in diesen Zeiten der Wirtschaftskrise knapp, fließt keines. Durch den Verkauf tilgt der Konzern von Stefan von Holtzbrinck seine Verbindlichkeiten bei Dieter von Holtzbrinck. Ursprünglich waren Stefan, Dieter und ihre Schwester Monika Schoeller gemeinsam an der Verlagsgruppe, die einst Vater Georg aufgebaut hatte, beteiligt. 2006 stieg Dieter aus, es hatte Streit um die künftige strategische Ausrichtung gegeben. Dabei ging es offenbar nicht nur um Stefan von Holtzbrincks Enthusiasmus für das Internet, dem der ältere Bruder nicht viel abgewinnen konnte. Auch bei der Frage, an welchen Printobjekten sich die Verlagsgruppe noch beteiligen solle, entzweiten sich die Verlagsbesitzer.

Es kam zum Bruch. Dieter von Holtzbrinck stieg im Juni 2006 aus. Stefan von Holtzbrinck, der ihn nicht auszahlen konnte, vereinbarte eine Ratenzahlung über viele Jahre. Geschätzt 600 Millionen Euro sollte Dieter erhalten, davon 200 Millionen sofort, den Rest später in Jahresraten von etwa 30 Millionen Euro. Die noch offenen Verbindlichkeiten von weniger als 350 Millionen Euro werden jetzt getilgt. “Mit dem Vorgehen bekundet die Familie auch ihre Verbundenheit und ihre Verpflichtung den Qualitätsmedien gegenüber”, teilten die beiden Holtzbrincks am Donnerstag mit.”

Und natürlich muss auf das Doppel-Interview der beiden Brüder im Handelsblatt hingewiesen werden, in denen Dieter vor allem wegweisende Aussagen macht:

“Ich bin kein Banker. Mir ist wichtig, dass diese Qualitätsmedien, an deren Ausbau ich jahrelang mitgewirkt habe und denen ich mich verpflichtet fühle, eine gute Zukunftsperspektive behalten.”
“Größere Zukäufe kann ich mir schlecht vorstellen. Ich bin Einzelunternehmer mit begrenzten Mitteln. Gute Zeitungen müssen nach meinem Selbstverständnis und meiner Erfahrung eigenständig bleiben. Selbstständigkeit schließt aber keineswegs aus, Synergien im Bereich Online, IT und Dienstleistungen zu nutzen.”
“Zunächst werde ich jetzt gemeinsam mit den Geschäftsführern und Chefredakteuren eine Bestandsaufnahme machen. Langfristig betrachtet, bin ich nicht pessimistisch wegen der Krise, denn jede Krise geht einmal vorbei. Bezogen auf die Handelsblatt-Gruppe, die im Anzeigengeschäft jetzt besonders Federn lassen muss, sollte man sehen, dass gerade die Bedeutung professioneller Wirtschaftsinformationen und von zuverlässiger Orientierung eher zu- als abnimmt. Gleiches gilt für den Qualitätsjournalismus von „Zeit“ und „Tagesspiegel“.”

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Mar 18 2009

Kinderbonus: Vorsicht vor Politiker-Sprech

veröffentlicht von ddd unter Regierungs-PR, Spindoktor

— Wieder einmal hat es die Bundesregierung geschafft, mit einer Wortkreation zu suggerieren, sie gebe sich besonders freundlich den Bürgern gegenüber, die immerhin den Staat bilden. Mit dem “Kinderbonus” sollten Eltern im Sommer 100 Euro extra erhalten, damit sie etwas für die Konjunktur tun - und ihrem Kind etwas gönnen. Zumindest suggiert das der Begriff, den sich die SPD Anfang des Jahres ausgedacht hatte. Nun hat die Süddeutsche Zeitung berichtet, wie es wirklich ist: Das Geld teilen sich Vater und Mutter - also auch getrennte Eltern. Der Unterhaltspflichtige kann seine 50 Euro mit dem Unterhalt fürs Kind verrechnen. So steht es im Kleingedruckten der Regelung. Bleiben dem oder der Alleinerziehenden als 50 Euro.
So entwickelt sich die angebliche Wohltat des “Kinderbonus” so wie das “Elterngeld”. Das bringt bei genauerer Rechnung jungen Eltern weit weniger Kompensation bei Gehaltsausfällen, als es die gefeierte Bundesfamilienminsiterin Ursula von der Leyen (CDU)behauptet hat.
Da loben wir uns doch die Initiative der Seite Kinderbonus.de
Lese auch den Spindoktor

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