7,5 Prozent mehr Gehalt?

Nach Jahren der Zurückhaltung gehen die Gewerkschaften im Schatten der anderen großen Gewerkschaften mit einer satten Gehaltsforderung in die Tarifverhandlungen 2008. Der DJV verkündet:

“Nach Jahren sinkender Reallöhne haben die Kolleginnen und Kollegen in den Printredaktionen einen berechtigten Anspruch auf einen spürbaren Gehalts- und Honorarzuwachs”, erklärte Hubert Engeroff, Hauptgeschäftsführer und Verhandlungsführer des DJV in den im Herbst anstehenden Tarifrunden mit den Verlegern. Die positive konjunkturelle Lage und die wirtschaftliche Erholung der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage rechtfertigten die Tarifforderung des DJV nach 7,5 Prozent mehr. “Der in den letzten Jahren immer stärker gewachsene Arbeitsdruck auf die Journalistinnen und Journalisten muss jetzt seinen Gegenwert finden”, sagte Engeroff. In Zeiten der wirtschaftlichen Krise im Medienbereich hätten die Printjournalisten ein Höchstmaß an Verantwortung für ihre Medienhäuser gezeigt und schmerzhafte Kompromisse in Kauf genommen. Engeroff: “Dazu besteht jetzt kein Anlass mehr. Die Branche hat die wirtschaftliche Talsohle hinter sich gelassen.”

Die Verleger reagierten sofort:

„Es gibt keine sachliche, branchenbezogene Begründung für eine solche Forderung. Sie ist völlig überzogen und deshalb in ihrer Höhe auch unmissverständlich zurückzuweisen“, sagte der Verhandlungsführer des BDZV, Werner Hundhausen.

Was wiederum sofort den DJV auf den PLan rief:

“Monate vor der ersten Tarifrunde für die Freien und die Redakteure an Tageszeitungen belasten die Verleger unnötigerweise mit ihrer reflexhaften Zurückweisung der DJV-Gehaltsforderung die Tarifverhandlungen”, sagte DJV-Verhandlungsführer Hubert Engeroff. “Die Bereitschaft zu konstruktiven Verhandlungen sieht anders aus.”

Ja, und dann kamen gleich die Muskeln ins Spiel, mit der versteckten Streikdrohung:

“Wir sind entschlossen, unsere Tarifziele zu erreichen und die berechtigten Forderungen der Freien sowie der Redakteurinnen und Redakteure durchzusetzen – am Verhandlungstisch und, wenn nötig, auch mit anderen Mitteln.”

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