Es gibt eine neue Biografie über das Leben von Axel Springer. Für alle Medieninteressierten ist dies sicher eine spannende Lektüre. Autor ist der Historiker Hans-Peter Schwarz. Das Buch erscheint am 28. Februar bei Propyläen und kostet 24,90 Euro.
Die FAS hat bereits vorab berichtet. Es geht dabei um den heiklen Fall, wie Axel Springer seine geliebte “Welt” verkaufen wollte.
Dass sich Springer bereits damals für das Aufgehen der „Welt“ in der F.A.Z. entschieden hatte, geht aus einer verlagsinternen Notiz für die Vorbereitung des kurz darauf folgenden zweiten Gesprächs klar hervor: „Verhandlungsziele AS: kein sofortiger, sondern stufenweiser Verkauf. ,Welt’ soll noch zwei bis drei Jahre als selbständiger Titel erscheinen (Übergangsphase). Nach außen: Kooperation, kein Verkauf. Nach der Übergangsphase muß Titel ,Die Welt’ als F.A.Z.-Untertitel übernommen werden. Übernahme von AS in die Gesellschafterversammlung der FAZ GmbH. Übernahme eines Redaktionsmitgliedes der ,Welt’ in das F.A.Z.-Herausgebergremium. Eventuell Abgabe des Buchverlages Ullstein/Propyläen.“ Angedacht war hier auch der „Abschluß eines Geheimvertrages mit F.A.Z. des Inhalts, daß ASV AG nach Neuordnung der ,Welt’ und Umzug nach Bonn die ,Welt’-Kosten drastisch herunterfährt und das Blatt Ende 1976/77 gegen Zahlung eines noch festzulegenden Betrags durch F.A.Z. einstellt“. Dazu wurde vermerkt: „Außerordentlich problematisch für ASV AG im Hinblick auf ,Welt’-Mitarbeiter, Betriebsrat.“
Bereits bei der zweiten Unterredung ließ Ernst Cramer die Katze aus dem Sack. Es sei die Meinung von Herrn Axel Springer, „der deutsche Markt werde auf lange Sicht vermutlich nur ein quality paper tragen. Der freiheitlich konservative Gedanke würde möglicherweise besser von einem wirtschaftlich starken als von zwei finanziell schwachen Blättern vertreten, die in einem scharfen, möglicherweise sogar in einem Verdrängungswettbewerb miteinander stünden.“ Auch die F.A.Z.-Vertreter signalisierten prinzipielle Bereitschaft für ein „Zusammengehen“. Im Laufe dieser Unterredung gingen beide Seiten bereits stark ins komplizierte Detail.
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