Brauchen Medien den Ombudsmann?

Da hat sich der Deutsche Journalistenverband ja wieder etwas Tolles ausgedacht: Damit die Stimmung zwischen Lesern, Berichtsubjekten und Medien steigt, sollen künftig Ombudsmänner vermitteln.
Was soll der Quatsch? Gibt es nicht genügend Möglichkeiten, sich gegen die Medien zur Wehr zu setzen? Vermutlich braucht der Verband wieder eine Aufgabe, muss Stellen schaffen oder sonst eine Legitmation finden. Jedenfalls gibt es die “Initative für Qualität im Journalismus“, die jetzt sieben “gute” Gründe für Ombudsmänner (ja, es sollen gleich mehrere sein, am besten in jeder einen?!) veröffentlicht hat:
Sieben gute Gründe
für Ombudsleute in den Medien

1 Ombudsleute in den Medien sind Vermittler zwischen der Leserschaft / den Re-zipienten und der Redaktion. Sie verstehen sich sowohl als Anwälte der Leserschaft / der Rezipienten als auch der Pressefreiheit und sind Teil der Medienselbstkontrolle.

2 Ombudsleute sind allein den gesetzlichen und berufsethischen Standards der Medien und des verpflichtet. Sie arbeiten auf dieser Basis unabhängig und sachbezogen.

3 Ombudsleute sind verlässliche, kompetente Ansprechpartner für Kritik und Anregungen der Leserschaft / der Rezipienten. Sie sind offen für deren Anliegen und vermitteln den Dialog.

4 Ombudsleute wirken durch ihre berufliche Erfahrung, ihre Unabhängigkeit und ihre Persönlichkeit.

5 Ombudsleute stärken Transparenz und Glaubwürdigkeit von Medien, indem sie Inhalte, Ergebnisse und Begründungen ihrer Arbeit und damit zugleich Fragen der Pressefreiheit und des Medienalltags in einer eigenen Kolumne/Sendung veröffentlichen.

6 Ombudsleute fördern auch die interne Diskussion in den Medien über Leistun-gen und Fehlleistungen. Sie sind damit ein Faktor der Qualitätskontrolle und -verbesserung.

7 Ombudsleute fördern den Austausch zwischen den professionell tätigen Jour-nalistinnen / Journalisten und ihrem Publikum. Sie tragen dadurch zur Stär-kung der Qualität bei, die eine Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit der Medien ist.

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