Der Focus wurde einst gefeiert als Neuentdeckung auf dem Medienmarkt (das war 1993), nun scheint es langsam vorbei zu sein mit dem Titel, der dem Flaggschiff der Medienrepublik, dem Spiegel, einst das Leben so schwer machte. Seit geraumer Zeit schwächelt die Auflage des Focus, wird nach Insiderberichten die Auflage künstlich oben gehalten (was viele tun, aber erzwungernermaßen der Focus angeblich besonders) – und nun kommt die Nachricht vom Sparzwang bei Burda. 10 Prozent der Kosten sollen bis Ende 2009 wegfallen, berichtet die Süddeutsche heute. Wer je in der Medienkrise um das Jahr 2001 bei einem Verlag gearbeitet hat, der weiß, was das bedeutet: So etwas geht nicht an der Redaktion spurlos vorbei.
Woran krankt der Focus? Er leistet sich viel Personal, mehr als die meisten anderen. Dafür aber liefert er nicht mehr zwingend die Qualität wie die anderen. Eher ist der Inhalt ein inzwischen beliebiges Sammelsurium von Kurztexten, die alles anreißen, nichts aber wirklich in die Tiefe gehend erklären. Da zeigt sich doch, was so manche Unternehmensberater in der Republik (Roland Berger etwa) predigen: Nur wer sich klar abhebt, seinen Markenkern pflegt, der hat in Zukunft auch auf dem schrumpfenden Printmarkt Wacstumschancen. Es sollte bei Focus also wieder “Fakten, Fakten, Fakten” heißen, dann erledigt sich der aktuelle Slogan des Verlagshauses Burda mit “Sparen, sparen, sparen” wieder. Andernfalls naht das Ende einer großartigen Gründungsgeschichte auf dem deutschen Printmarkt.
Popularity: unranked [?]

Politik und Medien
Spindoktor