Frauenzeitschriften verkaufen sich

Der Markt für Freuanzeitschriften ist groß. Laut IVW gibt es mit Stand 2008 rund 200 Wochen-, und jeweils noch einmal so viel als 14tägiges oder als Monatszeitschrift, die unter die Kategorie fallen. Prominente Titel sind “Brigitte” oder “Für Sie” sowie Boulevardblätter für Frauen wie “Frau im Spiegel”.

Darüber hinaus gibt es inzwischen etliche Titel, die sich stark über Nutzwertthemen profilieren und sich in der Anmutung kaum von der Konkurrenz unterscheiden. Mit Erfolg, wie die SZ im Mai 2008 feststellt:

“So hatte die potenzielle Käuferin im März die Wahl zwischen »62 Pfund weg!«, »54 Pfund weg«, »114 Pfund weg«, »100 Pfund weg«, »Gut 30 Pfund weg!«, »Schlank ohne Hunger«, »Abnehmen ohne zu hungern«, »Nehmen Sie mit uns genussvoll ab (ohne zu hungern)«, »Blitz-Diät«, »New York-Diät (sieben Pfund pro Woche)«, »Kräuter-Diät« und »Turbo-Trennkost (6 Pfund weg)«; weitere Knaller waren »Neue Hits mit Hack« und »Leckere Torten«, aber das nur am Rande.
Alle Blätter erscheinen nicht nur mit ähnlichen Themen, sie platzieren sie auch noch Heft für Heft an der gleichen Stelle auf dem Cover. »Wenn wir einmal keine Diät auf dem Titel hätten, würden wir von unseren Leserinnen sofort abgestraft«, gibt Christian Personn, Chefredakteur der Frau von Heute zu.”

Vorreiter für diee Art der Freuenzeitschrift war über Jahrzehnte der Springer-Verlag mit seiner “Bild der Frau”. Diese monopolartige Situation hat sich aber Anfang des neuen Jahrtausends geändert. Inzwischen veröffentlicht allein der Bauer-Verlag 16 Titel für Frauen. “Unterhalten und dauerhaft interessant informieren”, lautet das Motto.

Es gab in der ersten Konkurrenzphase einen regelrechten Angst-Wettkampf.

Die SZ schreibt: “Springer zog darauf eilig von anderen Blättern Redakteure ab, um vor der bundesweiten Frau im Trend-Einführung einen weiteren Billigtitel namens Frau von Heute an die Kioske zu bringen. Die Ähnlichkeit der beiden Blätter war von Anfang an frappierend, man stritt darüber, wer bei wem die Schrifttypen im Logo geklaut habe, und verklagte sich ein bisschen. Der Streit endete erst, als die Verlagschefs verblüfft feststellten, dass beide Titel gut nebeneinander existieren konnten. Offensichtlich war man hier auf ein Segment des Pressemarkts gestoßen, in dem zur Abwechslung mal keine Krisenstimmung, sondern Wachstumspotenzial herrschte.
So zog der Bauer-Verlag bald mit Alles für die Frau nach, im vergangenen Jahr überschwemmten diverse Kleinverlage den Markt dann mit Titeln wie Von Frau zu Frau, Illu der Frau, Das Beste für die Frau und Zeit für die Frau, die sich ebenfalls alle gut verkaufen. Mit einer Auflage von mehr als einer Million Exemplare ist Bild der Frau weiterhin Spitzenreiter, aber auch Frau im Trend (463000) und Frau von Heute (316000) erreichen Auflagen, von denen viele andere Blätter nur träumen können.”

Bild der Frau will die “Freundin ihrer Leserinnen sein. Immer da, wenn man sie braucht. Sie gibt mehr als sie nimmt, ist ein Ratgeber, lacht und weint.” Das ist das große Ziel dieser Zeitschriften. Sie wollen ganz nah an ihren Leserinnen sein. Und wohl auch deshalb gleicht eine der nächsten.

SZ: “Erfolgsrezept ist die Wiederkehr des Ewiggleichen. Wer 49 bis achtzig Cent zahlt, bekommt Diäten und Rezepte, Mode- und Schminktipps, Preisausschreiben, Horoskope und Schicksalsgeschichten – alles ist vertraut, heimelig und extraleicht konsumierbar. Hier wird die Welt nicht erklärt, sondern eingegrenzt und überschaubar gemacht. Und da der Bedarf an solcher Lebenshilfe gewiss nicht schwinden wird, dürfte die Inflation der Billigblättchen anhalten.”

Quelle: www.ivw.de
SZ

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