Mit Prominenten Interviews zu führen, vor allem mit Schauspielern, ist vielerorts zur Pest geworden. Knebelverträge, nervende PR-Agenturen, die die Texte autorisieren, sorgen dafür, dass nur noch Kunstwelten in den Medien Platz finden, aber nicht mehr die journalistische Leistung.
Wie pervers sich die Situation entwickelt hat, berichtet die Welt.
“Die Zensur beginnt neuerdings bereits, bevor das Interview überhaupt zustande kommt. Auf der Berlinale hatte die Knef-Biografie “Hilde” Premiere, und für das Vorfeld des Kinostarts vereinbarten der Verleih und ein Journalist ein Interview mit der Hauptdarstellerin Heike Makatsch.
Auf Nachfrage erhielt er eine Mail von “Hildes” PR-Firma: Weil der Film in seiner Zeitung schlecht besprochen worden sei, stand darin wörtlich, könne das Gespräch leider nicht stattfinden. Andersherum formuliert: Hätte die Kritik – die nicht einmal vom Interviewer stammte, sondern von einem Kollegen – der Leserschaft vorgeheuchelt, “Hilde” sei ein toller Film, wäre Frau Makatsch erschienen. “
Ich kann diese Vorgänge aus meiner Zeit von Vanity Fair durchaus bestätigen. Kein Promi-Text wird nicht ohne intensive Absprache mit dem Management der Stars veröffentlicht. Sogar Fotos werden gnadenlos retouchiert und freigegeben, um das Bild des Kunden in der Öffentlichkeit zu bestimmen.
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