Journalismus

Journalist werden, leichtgemacht – das gibt es nicht. Aber bei einer konsequenten Berufsplanung steigen die Chancen. Wer einige Grundregeln beachtet, hat gute Chancen, den Beruf für sich zu entdecken, ihn weiter zu verfolgen, oder eventuell auch wieder bewusst zu verwerfen.

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Wie werde ich Journalist?
Viele, die als Journalist arbeiten wollen, haben den Drang der Welt von ihren Idealen zu berichten oder sogar die Welt zu verbessern. Die Mehrheit: will kritisch und der Wirklichkeit nahe über Geschehnisse berichten und den Mächtigen auf die Finger schauen.

Ein Blick in den Redaktionsalltag ist das Beste, um zu sehen, ob diese großen Ziele Wirklichkeit werden können, oder ob der Beruf doch andere Aufgaben mit sich bringt.

Wege zum Journalismus

Experten sind mehr denn je gefragt. Die Welt wird immer komplexer, die Zeitschriften immer zielgruppenorientierter, so dass es ohne Experten – beim Anlegermagazin bis zur Zahnärztlichen Monatsschrift – nicht mehr geht. Entsprechend haben speziell Ausgebildete die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Zum Teil werden sogar Experten ohne journalistische Ausbildung sofort als Redakteur eingestellt und erst dann mit den nötigen Grundlagen für eine gute “Schreibe” vertraut gemacht.

Hier erst einmal ein kleiner Film, wer schauen möchte. Er ist von der Jugendpresse Rheinland

Vor dem Eintritt in den Beruf

kann also

1) ein Fachstudium absolviert werden, oder

2) ein Fachstudium mit einem Stipendiat Journalismus

3) ein Fachstudium mit paralleler Ausbildung bei einer Journalismusschule

4) ein Fachstudium Journalismus

Die Fachstudiengänge Journalismus werden von etlichen Chefredakteuren argwöhnisch beäugt. Das liegt vor allem daran, dass die Ausbildung sehr viel Theorie beinhaltet und vor allem keine Experten für inhaltliche Fragen der Medien ausgebildet werden, sondern eben Kommunikationsexperten. Der Abschluss zum Diplom-Journalisten garantiert also längst nicht eine Redakteursstelle.

Übersicht der Ausbildungswege

I.2.1. Freie Mitarbeit bei einer Zeitung, Fernsehen oder Hörfunk, in der Hoffnung, in absehbarer Zukunft ein Volontariat zu bekommen.

Vorteile:

Die praktischen Erfahrungen sind nicht zu unterschätzen. Man lernt den Redaktionsalltag kennen, darüber hinaus eine Vielzahl nützlicher Tipps und Arbeitspraktiken durch die erfahrenen Kollegen.

Das Rüstzeug holt man sich am besten im Lokalteil einer Zeitung.

Nachteile:

Jeder Chefredakteur oder Ressortleiter verspricht einem die Aussicht auf eine Festanstellung oder ein Volontariat. Am Ende arbeitet man jahrelang als Freier, verdient relativ schlecht und bekommt und bekommt einfach nicht die ersehnte Ausbildungsstelle.

Viele vergessen über die freie Mitarbeit ihr Studium. Sie werden so in den Redaktionsalltag eingebunden, als wären sie bereits Redakteur. Am Ende brechen sie ab und haben kaum mehr eine andere Möglichkeit, als immer bei dieser Zeitung zu bleiben.

Fazit: Praktika und freie Mitarbeiten sind absolut zu empfehlen. Wer ewig im Lokalen arbeiten will, der möge als Freier weiter auf die Ausbildungsstelle hoffen, für alle anderen gilt: Ohne abgeschlossenes Hochschulstudium sind die Chancen auf dem Markt inzwischen gleich null.

Studienbegleitend Berufserfahrungen sammeln und sich anschließend mit dem akademischen Grad in der Tasche bewerben.

Vorteile:

Da das Berufsbild Journalismus sehr gefragt ist, gibt es mit dem Diplom in der Tasche viele Alternativen, sollte es mit dem Volontariat nicht klappen. Als Beispiele seien genannt :Jobs in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Unternehmen oder der öffentlichen Verwaltung. Wer gerne schreibt, kann sich an Drehbüchern oder literarsichen Werken versuchen oder gar sich selbstständig machen und seine Arbeiten dann an die Medien verkaufen. Oder man versucht sich noch mit einem Aufbaustudium Journalistik oder gleich bei Journalistenschulen.

Nachteile:

Nicht bekannt.

TIPP: Richten Sie Ihre Diplom- oder Magisterarbeit thematisch bereits auf einen möglichen Beruf im Journalismus aus (d.h. aktuelles Thema usw.). Das gilt vor allem Für Magisterstudenten, da sie so ihre Kompetenz noch einmal unterstreichen können.

I.2.1.3. Ausbildung bei einer Journalistenschule

Vorteile:

Wer bei einer Journalistenschule eine Ausbildung macht, profitiert von den vielen Kontakten die über eine solche Einrichtung mit der Praxis existieren. Die Henri-Nannen-Schule etwa ist an den Gruner & Jahr-Verlag angedockt und die Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten an die Verlagsgruppe Handelsblatt. Unabhängige Schulen wie die Kölner oder die Münchner Schule verfügen aber ebenso über ein Netzwerk und machen ihre Ausbildung immer in Verbindung mit einem Studiengang. In den Schulen werden etliche Praktika absolviert und in der Regel kommen am Ende 98 Prozent der Absolventen bei Zeitungen unter.

Nachteile:

In der Regel kosten die Schulen Geld. Wenn nicht gerade ein Studium parallel zur journalistischen Ausbildung vorgeschrieben wird, ist eigentlich ein Studiumabschluss Voraussetzung zur Zulassung zu einer Journalistenschule. Es sei denn, der Bewerber kann bereits so gut schreiben, dass er als außergewöhnliches Talent genommen wird.

Hinweis: Bei den Auswahlkriterien der Journalistenschulen zeigt sich, wie wichtig das Studium ist: Die Schulen suchen Spezialisten in Sachgebieten. Das Schreiben wird den Experten dann in aller Regel mit mehr oder weniger Erfolg vermittelt (bei der Bewerbung schon journalistisch schreiben zu können, schadet aber nicht).

Die Gwerkschaft der Journalisten, der DJV, hat am 31. Januar 2011 eine Checkliste zu Journalistenschulen veröffentlicht.

Die Recherche ist das A und O der journalistischen Arbeit. Nur anhand der Recherche ist es dem Journalisten möglich, Informationen zu generieren und zu verifizieren. Diese Tätigkeit ist der wesentliche Unterschied zu anderen Publizisten.

Ein guter Artikel, in dem sich sehr gut die Recherche der Autorin nachvollziehen lässt, ist der Artikel “Schweineleben – Hier wächst Fleisch“, der 2005 in der Zeitschrift “Chrismon” erschienen ist. Wer den Artikel lesen mag, achte bitte auf die unterschiedlichen Quellen, die zu Wort kommen und versucht, die Reihenfolge der Recherche zu rekonstruieren.

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