May 18 2008
Printmedien im digitalen Zeitalter
Die Ausgangslage
Es ist kein Geheimnis: Die Auflage der Zeitungen sinkt insgesamt seit Mitte der 90er - noch bevor das Internet die Welt vernetzte und die Menschen vor die Computer zerrte. Das Internet selbst wächst unbeständig, bezogen auf die Inhalte und Seiten wie auch bezogen auf die Nutzer. Das Internet boomt, der klassische Printmedienmarkt schrumpft oder stagniert bestenfalls.
Was also tun?
Mit der Zeitungskrise im Jahr 2000 haben die Verlage begonnen, ihre Strukturen in den Redaktionen zu überprüfen und zu optimieren. Redakteure wurden in Scharen entlassen, ebenso Mitarbeiter in der Verwaltung. Die Angst ging um in der Branche, was selbst die Politiker in Berlin in Sorge versetzte. Denn wenn die Multiplikatoren selbst nicht mehr zuversichtlich nach vorne schauen, wie sollen dann die Wähler positiv gestimmt werden, so dass sie dann die betehende Regierung auch wieder wählen?
Die große Entlassungswelle ist längst abgeebbt. Die Verlage beginnen sogar wieder seit 2007 einzustellen. Das Personalkarussell dreht sich wieder, und die Kollegen trauen sich wieder von ihren Sesseln zu hüpfen und aufzuspringen.
Das ist das eine. Trotzdem setzt sich der Abwärtstrend bei den Printtiteln fort, während die elektronischen Medien zulegen.
Berger schreibt dazu:
Auch 2007 haben die Deutschen wieder mehr Medien konsumiert: Das Brutto-Zeitbudget für Print, Online, TV und Radio stieg laut ARD und ZDF auf beeindruckende 525 Minuten.
Trotzdem sind die Auflagen der Print-Titel wieder gesunken –besonders betroffen sind nach wie vor die Zeitungen, deren Auflagen seit Anfang der Neunziger nur eine Richtung kennen: ungebremst nach unten. Wurden Ende 1997 laut IVW noch rund 31,4 Mio. Tages-und Wochenzeitungen pro Erscheinungstag verkauft, waren es 2007 nur noch 26,0 Mio. Exemplare – und damit rund 17% weniger als noch zehn Jahre zuvor. Nur auf den ersten Blick ergeht es da den Zeitschriften besser: Seit 1997 sank die Gesamtauflage zwar “nur” um rund 8% auf 117 Mio., die Anzahl der Titel explodierte aber im gleichen Zeitraum um über 30% – unterm Strich also immer weniger Leser auf immer mehr Titel.
Kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Es gilt noch immer das Rieplsche Gesetz: Danach ist noch kein Medium verschwunden, nur weil ein anderes aufgekommen ist. Sogar die Schallplatte lebt weiter!
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