Im vergangenen Jahr hatte das Magazin Vanity Fair für Furore gesorgt als es ein Interview, geführt vom Juden Michel Friedmann, mit dem Nazi Horst Mahler druckte. Mahler begrüßte Friedmann mit den Worten “Heil Hitler”. Auch leugnete er mehrfach die systematische Vernichtung der Juden während des Nationalsozialismus insbesondere auch in Auschwitz.
Nun hat das Landgericht Erding geurteilt: zehn Monate Haft. Es bleibt die Frage, ob es richtig war als Magazin, einem Nazi wie Mahler viele Seiten Platz einzuräumen, damit er seine Parolen verbreiten kann. Das wurde schon damals intensiv diskutiert. Die FAZ schreibt:
Friedman gibt sich „überrascht, was ein Deutscher heute öffentlich dazu ausspricht“. Er meint Mahlers Aussagen beim Gespräch am Münchner Flughafen bei Erding, die Mahler heute her geführt haben. Auch der Fotograf der Zeitschrift sagt etwas von Überraschung, und zwar über Mahlers Begrüßung im Konferenzzimmer. Und in einer Pause sagt Friedman über Mahler in Kameras und Mikrofone, „wenn es nur Horst Mahler wäre, es wäre nicht der Rede wert.“
Auch die Zeitschrift hatte sich aufklärerisch gegeben und behauptet, mit dem Abdruck läge die „Demaskierung eines Staatsfeinds“ vor, ein „Dokument der Zeitgeschichte“. Ist Mahler repräsentativ für die rechte Szene? Der Verfassungsschutz stuft Mahler anders ein, „aufgrund seiner egozentrischen, pseudowissenschaftlichen und teilweise vom rechtsextremistischen Konsens abweichenden Aussagen isoliert.“
Der Verlag selbst hat nichts zu befürchten. Einer Klage wegen Volksverhetzung wurde nicht stattgegeben, da sich die Zeiteung von den Aussagen Mahlers distanziert habe.
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