Mar 13 2009

Hilde: Interviews mit Stars und Sternchen

veröffentlicht von ddd unter Journalistische Praxis

Mit Prominenten Interviews zu führen, vor allem mit Schauspielern, ist vielerorts zur Pest geworden. Knebelverträge, nervende PR-Agenturen, die die Texte autorisieren, sorgen dafür, dass nur noch Kunstwelten in den Medien Platz finden, aber nicht mehr die journalistische Leistung.
Wie pervers sich die Situation entwickelt hat, berichtet die Welt.

“Die Zensur beginnt neuerdings bereits, bevor das Interview überhaupt zustande kommt. Auf der Berlinale hatte die Knef-Biografie “Hilde” Premiere, und für das Vorfeld des Kinostarts vereinbarten der Verleih und ein Journalist ein Interview mit der Hauptdarstellerin Heike Makatsch.
Auf Nachfrage erhielt er eine Mail von “Hildes” PR-Firma: Weil der Film in seiner Zeitung schlecht besprochen worden sei, stand darin wörtlich, könne das Gespräch leider nicht stattfinden. Andersherum formuliert: Hätte die Kritik – die nicht einmal vom Interviewer stammte, sondern von einem Kollegen – der Leserschaft vorgeheuchelt, “Hilde” sei ein toller Film, wäre Frau Makatsch erschienen. “

Ich kann diese Vorgänge aus meiner Zeit von Vanity Fair durchaus bestätigen. Kein Promi-Text wird nicht ohne intensive Absprache mit dem Management der Stars veröffentlicht. Sogar Fotos werden gnadenlos retouchiert und freigegeben, um das Bild des Kunden in der Öffentlichkeit zu bestimmen.

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Dec 14 2008

Zur Groß-und Kleinschreibung von “viel” und “viele”

veröffentlicht von ddd unter Rechtschreibung

… erklärt Lisa Walgenbach:
Die Groß- und Kleinschreibung der Wörter viel/viele stellt die Schreibenden
oftmals dann vor Schwierigkeiten, wenn sie nicht eindeutig attributiv, also als Beifügung zu einem Substantiv verwendet werden, z. B. viel Freude, viele Gäste.

Hierbei erweisen sich folgende Grundregeln als hilfreich:

Die Wörter viel/viele werden gewöhnlich kleingeschrieben, z. B.
Leider haben viele abgesagt.
Er hatte in vielem Recht.
Ich habe mit vielem gerechnet.
Er ist um vieles betrogen worden.
Wir haben gleich viel.

Die Orthografiereform sorgt dafür, dass das Indefinitpronomen
(= unbestimmtes Fürwort) viele in seiner substantivierten Form künftig auch großgeschrieben werden kann, z. B.
Die vielen (auch: Vielen), die ich auf meinen Reisen kennenlernte, …
Das Elend der vielen (auch: Vielen) …

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Dec 11 2008

WAZ legt Geschäftsplan offen

veröffentlicht von ddd unter Nachrichten

Jetzt können sich alle Journalisten und Sympathisanten des Berufszweiges einmal mit den betriebswirtschaftlichen Fakten unserer Branche auseinanderzusetzen, um ein Gefühl davon zu bekommen, wie die Zukunft des Journalismus aussieht - düster, zumindest im Westen. Schreibe zählt nicht mehr, wichtig ist in erster Linie das “Content-Management”, um auch weiterhin mit Medien Geld zu verdienen. So jedenfalls sehen es Unternehmensberater und Geschäftsführungen. Die WAZ, die ein Drittel ihrer Redeakteure einsparen will, legt nun online die Grundlage dafür offen. Lest und entscheidet selbst KLICK.

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Nov 16 2008

Freischreiber: Freie gründen Interessenverband

veröffentlicht von ddd unter Nachrichten

Freie Journalisten haben eine neue Interessenvertretung gegründen. Auf einem Kongress in Berlin wurde gestern der Name “Freischreiber” festgelegt. Der Verband will versuchen, die Arbeitsbedingungen für Freie zu verbessern. In der vergangenen Zeit sollen die Verlage vor allem bei der Vergütung nahe am Dumping gearbeitet haben, klagen die Freien. Zu finden ist der Verband und http://www.freischreiber.de/.

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Nov 03 2008

Politische Kommunikation: Finessen in der Finanzkrise

veröffentlicht von ddd unter Spindoktor

— Seit Wochen haut die Politik auf deutsche Bankmanager ein - und nutzt dazu jede Möglichkeit. Da klagt etwa Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, die Banken würden die vom Staat bereit gestellten 500-Milliarden-Schutzangebote nicht forsch genug aufgreifen. Dann fügt er in weiser Vorausschau nach, dass er davon ausgehe, dass Banken in den kommenden Tagen zugreifen werden. Das klingt, als sei er ein hoch intelligenter Bankexperte. Dabei wusste er davon, weil die Banker längst der Bundesregierung derartige Pläne dargelegt hatten. Statt Vertraulichkeit zu wahren, brüstet sich Steinbrück als Prophet: Heute hat die Commerzank udn auch die HSH Nordbank angekündigt, Staatsgarantien in Anspruch zu nehmen.

Ähnlich geht die SPD beim Konjunkturpaket vor: Um als Retter zu gelten, verraten führende Genossen seit Tagen, was im geplanten Konjunkturpaket stehen wird - als hätten sie es sich persönlich ausgedacht. Die Union jedenfalls hat wie vereinbart nichts an die Öffentlichkeit gegeben. Heute Abend wird im Kanzleramt über das Paket entschieden.

Und sonst: Was treibt einen Bundesverkehrsminister über seinen Sprecher Journalisten zu erklären, er habe von einem Journalisten vor einer Woche erfahren, dass der Bahn-Vorstand sich großzügige Bonusregeln genehmigt hat für den Fall, dass die geplante Teilprivatisierung der Bahn erfolgreich über die Bühne geht? Wollte er damit sagen, dass er keinen Überblick auf diesem - seinem wichtigsten - Themengebiet hat? Wollte er sozialdemokratischer als alle anderen Sozialdemokraten sein und gleich noch auf die Staats-Manager einschlagen angesichts der Finanzmarktkrise?
Er jedenfalls wusste wohl schon viel länger Bescheid: hätte er zumindest können, wenn er den Börsenprospekt der Bahn Anfang November gelesen hätte. Dort stand, was die Bahn mit dem Tiefensee-Ministerium Monate vorher vereinbart hatte: Bonuszahlungen. Das Bundesfinanzministerium und das Wirtschaftsministerium jedenfalls ließen heute erklären, dass sie schon länger von der Sache etwas wussten.

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Oct 27 2008

SPD: Der Kampf um die Meinungshoheit in der Finanzkrise

veröffentlicht von ddd unter Spindoktor

Wer hat die Meinungshoheit in wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen? Union und SPD streiten in der Finanzmarktkrise um eben jene, um im Bundestagswahlkampf die Nase vorn zu haben. Noch dominiert die Union klar in den Umfragen, weil ihr traditionell mehr Kompetenz in disen Themenfeldern zugesprochen wird. Aber die SPD will aufholen: Heute stellt die Partei ein Papier vor, wie die Finanzmärkte reguliert werden sollen. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Peer Steinbrück hatte die Punkte bereits in den vergangenen Monaten erabeitet. Bei der Präsentation heute Abend haben sich inzwischen - entgegen der ursprünglichen Einladung - auch Parteichef Franz Müntefering und Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier angekündigt. Die Partei will die Meinungsführerschaft - zumindest personell hat sie sie damit erobert.

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Oct 12 2008

Rechtschreibung: Alles groß oder klein?!

veröffentlicht von ddd unter Rechtschreibung

Zur Groß-und Kleinschreibung von alle/alles schreibt Lisa Walgenbach:

Die Groß- und Kleinschreibung der Wörter alle/alles stellt die Schreibenden oftmals dann vor Schwierigkeiten, wenn sie nicht eindeutig attributiv, also als Beifügung zu einem Substantiv verwendet werden, z. B. alle Beteiligten, alles Gute.

Hierbei erweisen sich folgende Grundregeln als hilfreich.

Die Wörter alle/alles werden im Allgemeinen kleingeschrieben, z. B.
Sie haben alle zugesagt.
Er sprach für alle.
Ich heiße sie alle willkommen; als Anrede: Ich heiße Sie alle willkommen.
Er möchte dem allen/dem allem aus dem Weg gehen.
Ich habe alle beide gesprochen.
Er musste in seinem Berufsleben um alles hart kämpfen.

Dies gilt auch in festen Verbindungen, z. B.
alles und jedes
alles oder nichts
alles in allem
alles andere

Die Orthografiereform sorgt dafür, dass in der Verbindung
mein Ein und Alles künftig die Großschreibung gilt.

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