Skandalisierung: Gabriel und die Flugbreitschaft

Sigmar Gabriel, unser werter Bundesumweltminister, ist dafür bekannt, dass er die Medien für sich zu nutzen weiß. Er weiß auch, im rechten Moment die Dinge zu dramatisieren und damit zu skandalisieren. Etwa den Untergang des Weltklimas, wenn er nicht viel mehr Geld für seinen Haushalt bekommt, um eben jenes Weltklima mit Förderprogrammen zu retten.
Auch die BILD-Zeitung weiß zu skandalisieren. Sigmar Gabriel soll mehrfach mit der Flugbereitschaft der Bundesregierung von Mallorca nach Berlin geflogen sein. 44 Tonnen Kohlendioxid hätte der Klimaschützer allein in die Luft gepustet, weil er nicht mit einer gut besetzten Linienmaschine geflogen ist. Im Sommer ist das alles vorgefallen. Vermutlich würde Gabriel unter normalen Umständen erwidern: Es gab keinen Platz mehr auf Linienmaschinen, deshalb kam die Flugbereitschaft, um ich abzuholen. Schließlich musste er auf Geheiß seiner Chefin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, aus seinem Urlaub nach Belrin kommen. Aber BILD hat sich das wohl vorher schon gedacht und zur Sicherheit bei Fluggesellschaften angerufen. Die bestätigten: Es waren noch Plätze frei. Vermutlich aber nur in der Economy, aus Gabriels Sicht vielleicht kein angemessener Platz für einen Minister (wobei etwa Roland Koch, Noch-Ministerpräsident von Hessen gerne mal in der Holzklasse fliegt). Nichtsdestotrotz: Die Klimabilanz bleibt ausgeglichen: Die Bundesregierung zahlt für jede selbst erzeugte Tonne CO2 in Klimaprojekte ein. Na, dann ist doch alles nicht so schlimm.

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