Tyler Brulé: Der neue Medienstar

Derzeit liest man immer wieder etwas über Tyler Brulé, Journalist und inzwischen auch Herausgeber von Magazinen – und auch Chef einer PR-Agentur. Die FAZ hat in ihrem Berufsteil jetzt das Leben des Kanadiers porträtiert. Für alle, die Journalist werden wollen oder auch einmal ein eigenes Magazin gestalten wollen, ist es vielleicht eine interessante Anregung für die eigene Berufsplanung.

Bis zur Verwundung in Afghanistan war Brûlé ein vor allem frei arbeitender Fernseh- und Magazinreporter, der schnell die Auftraggeber wechselte. Als Kind eines Profifußballers und einer Künstlerin in Winnipeg geboren, wollte er früh Journalist werden. Im Haus seiner estnischen Tante Anita blätterte er im „Spiegel“ ebenso wie in „Time“ und „National Geographic“. Sein Traum war es, die Hauptnachrichten im kanadischen zu moderieren. Er besuchte die Ryerson-Journalistenschule in Toronto und kellnerte bei Mövenpick. Aber das Ganze ging ihm nicht schnell genug. Viel schneller ging es in England. Brûlé bewarb sich als Rechercheur für die BBC in Manchester, wurde aber gleich als TV-Reporter eingestellt. Bald wechselte er nach London und arbeitete für das amerikanische, kanadische und australische . Mit 21 Jahren war er schon London-Büroleiter eines amerikanischen Senders – eine steile Karriere, selbst wenn das Büro nur aus ihm und einem Assistenten bestand. Anschließend wurde er Magazinjournalist und schrieb für mehrere Zeitschriften mit internationalem Ruf.

Vor allem aber ist es verdammt schwer, überhaupt erst einmal in die Position zu gelangen. Das gesteht er selbst ein:

„Zu allererst braucht man Neugier“, sagt Brûlé, der auf Formularen unter Berufsbezeichnung bis heute „Journalist“ einträgt. „Hinzu kommt eine offene, liberale, internationale Einstellung, und man muss ein recht widerstandsfähiger Charakter sein, gerade am Anfang. Denn da geht es fast nur darum, dass man abgewiesen wird, dass einem ‚nein!‘ gesagt wird, dass man Kritik einstecken muss. Man muss sehr hartnäckig sein, Verkaufstalent haben und an seinem Ruf arbeiten – als freier Journalist besonders, aber auch, wenn man in einer Redaktion oder einem Unternehmen arbeitet.“

Wie es weiter ging, wie er Wallpaper gründete, es an Time Warner für 1,6 Millionen Dollar verkaufte und jetzt Monocle produtziert und auch eine Werbeagentur leitet, das steht in der FAZ.

Zur Person:

- Tyler Brûlé wurde 1968 im kanadischen Winnipeg geboren.

- Er besuchte die Ryerson-Journalistenschule in Toronto, wechselte später zur BBC und arbeitete als Fernseh- und Magazinjournalist.

- 1996 gründete er das Magazin „Wallpaper“, ein Jahr später verkaufte er die Mehrheitsanteile an Time Warner.

- 1998 Gründung der Agentur „Winkreative“, Durchbruch 2002 mit dem Relaunch der Fluggesellschaft „Swiss“.

- 2007 schuf er das Magazin „Monocle“, das er bis heute leitet.

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