Das Interview ist eines der bedeutensten Instrumente bei der Arbeit des Journalisten. Es ist wesentlicher Teil der Recherche. Der Journalist muss Erkenntnis gewinnen, was er neben der Lektüre von Artikeln, Büchern etc. vor allem aus Gesprächen bezieht. deswegen unterscheidet man verschiedene Formen des Interviews.
1. Das Recherche-Interview
2. Das Frage-und Antwort-Interview
2.1. Das sachbezogene Interview
2.2. Das Meinungsinterview
3. Das „durchgeschriebene“ Interview
zu 1. Das Recherche-Interview dient dem Erkenntnisgewinn. Es kann ein reines Informationsgespräch sein, bei dem man das Wissen eines anderen abfragt, um Sachverhalte selbst besser einschätzen zu können. Zum andern gibt es das investigative Interview, bei dem das Ziel darin besteht, etwas zu erfahren, was der andere nicht unbedingt preis geben möchte. Entsprechend muss es intensiv vorbereitet, mögliche Antworten antizipiert und alternative Fragetechniken für die jeweilige Situation entwickelt werden. Es kommt schnell zum psychologischen Interview.
zu 2. Das Frage-und Antwort-Interview ist das Interview, dass der Leser in Form von Frage und Antwort präsentiert bekommt. Es ist in aller Regel autorisiert.
zu 2.1. Das sachbezogene Interview ist ein Experteninterview, bei dem nicht die Person, sondern das Wissen der Person im Zentrum steht, etwa der Professor, der Unternehmensberater, der in einem Krisengebiet Lebende. Wenn das Interview schnell geführt werden muss, erübrigt sich oft die Autorisierung.
zu 2.2. Beim Meinungsinterview steht die Person im Zentrum des Gesprächs. In der Regel ein Prominenter, wird dessen Meinung zu einem Thema abgefragt.
zu 3. Das „durchgeschriebene“ Interview erscheint nicht in der Frage-und Antwort-Form, sondern in Form eines Artikels, bei dem neben Zitaten auch Einordnungen und Szenen vom Journalisten einbezogen werden.
Grundsätzliches: Ein gut geführtes Interview muss gut vorbereitet werden. Das heißt, der Interviewer hat sich in das Thema eingearbeitet sowie Informationen über seinen Interviewpartner eingeholt. Nur so ist gewährleistet, dass der Interviewte den Interviewer nicht mit flaschen Fakten in die Irre führt oder der Interviewte mit banalen Fragen gelangweilt wird. Bei gut recherchierten Interviews ist ein Gespräch „auf Augenhöhe“ problemlos möglich, das heißt, der Gesprächspartner nimmt den Journalisten ernst. Generell sollten der Journalist seine Fragen vorher ausformulieren und aufschreiben. Dabei sollte er antizipieren, was sein Gegenüber vermutlich antworten wird und sich so auf Nachfragen und Anschlussfragen einstellen. Allerdings sollte man sich im Zweifel nicht sklavisch an seine Fragenreihenfolge halten. Lange Fragen haben in der Regel ausschweifende Antworten zur Folge. Kurze, prägnante Antworten provozieren auch präzise Antworten. Auch sollten sich offene Fragen (W-Fragen) und geschlossene Fragen (Ja/Nein-Fragen) in gutem Verhältnis ergeben.