Etliche Zeitungen tragen im Titel, dass sie überparteilich seien. Die entsprechende Historie dazu haben wir in Wikipedia gefunden:
Der seit 1888 in Frankfurt am Main ansässige Verleger August Huck (1849-1911), genannt der „General-Anzeiger-König”, avancierte vom Besitzer einer Schriftgießerei zum Herrscher über ein reichsweites Zeitungsimperium. Zeitungen vom Typus des „General-Anzeigers” entstanden überwiegend in der Zeit von 1870 bis 1900. Diese Blätter zielten mit hohen Auflagen auf ein Massenpublikum; Gewinnstreben und Meinungsmache wurden hier in der Regel unter dem Etikett der „Überparteilichkeit” nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Erfahrungen des Kulturkampfes zwischen der katholischen Kirche und dem Königreich Preußen bzw. dem kaiserlichen Deutschen Reich unter Reichskanzler Otto von Bismarck, der zu einer erheblichen Polarisierung der deutschen Gesellschaft führte, so verknüpft und justiert, dass möglichst wenige potentielle Anzeigenkunden und Abonnenten abgestoßen oder gar verprellt werden konnten. „Die politische Haltung des Blattes wird dabei vor allem unter dem Aspekt gesehen, ob sie dem geschäftlichen Erfolg dienlich oder abträglich ist. Der redaktionelle Teil der Zeitung gerät immer mehr zur Verpackung jenes Teils, der das eigentliche Geld bringt, nämlich der Anzeigenseiten. Der 'General-Anzeiger' ist aus Prinzip 'liberal', da jede starre Festlegung dem Geschäftszweck abträglich wäre. Gerade durch den Primat des Geschäftszwecks erfüllt er aber in der zuverlässigsten und flexibelsten Weise die Bedürfnisse der herrschenden gesellschaftlichen Kräfte. Er funktioniert als eine Art Regelkreis, der unter dem kategorischen Imperativ des kommerziellen Erfolgs die Ansprüche von Lesern, Anzeigenkunden und politischen Gewalten in optimaler Weise aufeinander abstimmt.”
Diese Sichtweise räumt mit der ethisch-verklärten Meinung auf, Medien seien neutral. Sie sind bestenfalls parteiunabhängig, also keine Parteipostille wie der „Vorwärts“ ([http://www.spd.de|SPD]]) oder gehören anteilig einer Partei. Subjektivität und Meinung sind weiterhin natürlich notwendig für eine Zeitung, um dem Leser zum einen Orientierung zu geben zum anderen natürlich auch, um ihn ans Blatt zu binden und - am Ende auch Geld zu verdienen.
Quelle: http://www.udo-leuschner.de/medien/generalanzeiger.htm